Franzl
Auf der Karte als “Beef Tatar”
Wienerisch auf 1.900 m
Beef Tatar auf kaiserlich-wienerische Art auf 1.900 Metern, während dreißig Dreitausender durchs Glas starren.
Die Kritik
Das Franzl ist, was passiert, wenn eine Seilbahngesellschaft beschließt, dass der Gipfel die Habsburger verdient: ein Panoramarestaurant an der trassXpress-Station, offenes Feuer, Jagdmotive, Wiens kaiserliche Klassiker — und der Zeller See einen Kilometer tiefer. Hier Beef Tatar zu essen, ein Gericht, das Wien seit einem Jahrhundert für sich beansprucht, während draußen Skischuhe übers Parkett klackern, ist herrlich deplatziert. Die Küche arbeitet mit zertifizierten Salzburger Produkten und behandelt das Fleisch mit Wiener Zurückhaltung: würdevoll, gemessen, keine Feuerwerke — das Tatar-Äquivalent eines Walzers, nicht eines Moshpits. Es jagt nie Stockholms Kontrasten hinterher und muss das auch nicht; das Drama liefert der Raum, mit einer Wand aus Dreitausendern hinter den Scheiben. Abzüge für Stoßzeiten-Chaos und die Höhensteuer auf der Rechnung. Trotzdem: das feinste Tatar, das ich je in Skisocken gegessen habe.
Nach fünf Kriterien beurteilt
- 01Der Schnitt
- 02Die Würzung
- 03Das Eigelb
- 04Die Beilagen
- 05Der Raum