Caviar & Bull
Auf der Karte als “Bull Tartare”
Kaviar-Theater
Black Angus, gereiftes Eigelb, Störkaviar und knusprige Cones — ein Tatar im Opernkostüm, das zu singen vergisst.
Die Kritik
Marvin Gaucis Saal am Meer im Corinthia beginnt mit einem Reifeschrank voller Rindfleisch und endet mit einem 24-Karat-Dessert, also kommt das Tatar erwartbar kostümiert: Black Angus mit Schalotten und eingelegter Gurke, ein gereiftes Eigelb, Störkaviar gegen Aufpreis, alles in knusprige Cones gepackt wie Haute-Streetfood. Der Michelin-Führer applaudiert. Ich stimme zur Hälfte zu: Die Komponenten haben Stammbaum, und der erste Cone ist ein Vergnügen. Aber der Cone ist auch das Problem — sein Knuspern und Salz spielen das Fleisch an die Wand, das gereifte Eigelb macht aus Sauce Garnitur, und beim dritten Bissen isst man Präsentation. Irgendwo unter dem Theater funkt ein exzellentes Tatar um Hilfe. Als Spektakel: Top drei dieser Liste. Als Fleisch: Platz zwölf.
Nach fünf Kriterien beurteilt
- 01Der Schnitt
- 02Die Würzung
- 03Das Eigelb
- 04Die Beilagen
- 05Der Raum